Kleine Blechschäden









Um den Radlauf wieder in seine ürsprüngliche Form zu bringen, bin ich folgendermaßen vorgegangen:
  • Zuerst wird der ohnehin schon abblätternde Lack entfernt. Das läßt sich leicht mit einer Spachtel oder einem Holzmeißel erledigen. Auch der innerhalb des Radkastens angelagerte Dreck wird entfernt, um beim Ausbeulen nicht zu behindern.
  • Prinzipiell wird die Spachtelmasse dem Radlauf wieder seine Form geben. Allerdings ist es vorteilhaft, wenn man das Blech zumindest ansatzweise wieder in seine ürsprüngliche Form bringt, es muß dann weniger gespachtelt werden. Natürlich kann die Spachtelmasse nur Vertiefungen ausgleichen. Daher dürfen keine Beulen hervorstehen. Zum Glück befindet sich am Blechrand noch eine Kante, an der man hervorragend den Karabiner eines Abschleppseiles einhängen kann. Also Einhängen und fest anziehen. Damit das Blech nur an der eingedellten Stelle verbogen wird, kann man auch die Füße an den intakten Stellen dagegen stemmen.
  • Nun kann man versuchen, durch Hammerschläge von innen das Blech zu verformen. Die klassische Ausbeultechnik mit Richthammer und Gegenhalter erfordert viel Übung und eine entsprechende Ausrüstung. Wenn das Blech schon annähernd seine Ursprungsform hat, kann aber darauf verzichtet werden.
  • Vor dem Verspachteln muß der Rost aber gründlich entfernt werden. Details dazu kannst du auf der Seite "nachhaltige Rostentfernung" lesen.
  • Die Modellierung kann nun mit Polyesterspachtel verrichtet werden. Dabei wird die ursprüngliche Form möglichst genau nachmodelliert. Das Spachteln wird im folgenden noch detailierter beschrieben.

Spachteln

Voraussetzung zum Verspachteln von Blech ist, daß keine Erhebungen mehr von der auszubessernden Stelle hervorstehen. Andernfalls muß mit dem Richthammer vorgearbeitet werden. Weiters ist zu beachten, daß selbst moderner Polyesterspachtel nicht mehr als 10mm dick aufgetragen werden kann (je dünner die Schicht, desto haltbarer). Außerdem muß die Oberfläche natürlich von Verunreinigungen wie Staub oder Fett befreit werden. Daher wird die Stelle zunächst mit Wasser abgewischt und sofort wieder abgetrocknet. Danach muß mit Nitroverdünnung und anschließend Silikonentferner nachgereinigt werden. Die Stelle sollte danach nicht mehr berührt werden. Beim Reinigen wird sich die Rostgrundierung möglicherweise anlösen, also vorsicht.

Nun wird die Spachtelmasse mit dem Härter vermengt. Dazu eignet sich am besten ein sauberer Karton oder eine Glasplatte als Unterlage. Der Härter hat eine andere Farbe als die Spachtelmasse. Erst wenn nach dem Vermengen kein Farbunterschied mehr sichtbar ist, wurde ausreichend gerührt. Das Verhältnis zwischen Spachtelmasse und Härter sollte so genau wie möglich eingehalten werden. Im Zweifelsfall sollte eher zuwenig Härter zugegeben werden, da sonst Lackierfehler resultieren können. Der Farbunterschied zwischen Härter und Spachtelmasse darf nach dem Vermengen nicht mehr zu erkennen sein. Der Hautkontakt sollte vermieden werden - also Gummihandschuhe anziehen. Da die Aushärtung bereits wenige Minuten nach dem Beimengen des Härters beginnt, muß zuvor alles schon für die Verarbeitung vorbereitet worden sein.

Nun wird die Masse auf das Blech aufgetragen und mit einem Spachtel verstrichen. Beginnt die Masse nach wenigen Minuten kleine Krümel zu bilden, beginnt die Aushärtung, und das Verstreichen muß unverzüglich gestoppt werden. Es hat wenig Sinn, bereits im ersten Arbeitsgang die perfekte Fläche modellieren zu wollen. Sinnvoller ist es in mehreren Arbeitsschritten immer feiner zu arbeiten. Es ist mir jedenfalls nicht gelungen, durch das Verstreichen des Spachtels eine gute Form zu erreichen. Eigentlich wird die Formgebung erst durch das Schleifen erreicht.

Erst nach dem vollständigen Aushärten kann mit dem Schleifen begonnen werden. Ist ein weiterer Auftrag von Spachtelmasse notwendig, wird die Fläche eher Grobkörnig geschliffen, um einen guten Untergrund zu bieten. Hat die Fläche schon die gewünschte Form erreicht, wird muß noch eine Schicht Feinspachtel aufgetragen werden, da man mit dem Polyesterspachtel keine glatte und damit lackierfähige Oberfläche erreichen kann. Zum Abschluß wird mit 600er Schleifpapeir naß geschliffen, die Oberfläche sollte dann wirklich glatt sein. Dann kann mit der Lackierung begonnen werden. Doch dazu mehr auf der Seite "Lackarbeiten"

Um ehrlich zu sein, wird man ohne Übung wahrscheinlich keine perfekte Oberfläche herstellen können. Selbst wenn das ganze nach dem Spachteln wirklich gut aussieht, wird man nach der Lackierung noch Unebenheiten erkennen können. Das liegt daran, daß man auf einer spiegelnden Oberfläche am Spiegelbild sofort bucklige Oberflächen erkennen kann.