![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Zunächst zur Frage was Rost überhaupt ist: Beim Erschmelzen von Metallen aus ihren Erzen werden diese in einen, unnatürlichen höheren Energiezustand versetzt. Je chemisch unedler das Metall ist, desto eher versucht das Metall diese Energie wieder abzugeben. Dies geschieht bei Eisen zumeist in einem elektrolytischen Prozeß, in dem positiv geladene Eisenionen in ein elektrisch leitfähiges Medium abgegeben werden (zum Beispiel Wasser). An diesen Stellen (Anode) kommt es zu einem Masseverlust, der schon als Korrosion bezeichnet werden kann. Die im Eisen zurückgebliebenen Elektronen fühlen sich nun überschüssig und fließen an andere Stellen der Oberfläche (Kathode) an denen sie verbraucht werden. Sie werden dort verbraucht, wo in einer Reaktion mit Sauerstoff Rostprodukte gebildet werden. Die entstehenden Rostprodukte, etwa Fe(OH2), nehmen mehr Raum ein, als das ürsprüngliche Eisen und führen daher zu Rostblasen unter dem Lack. Elektronen und Ionenfluß erzeugen einen geschlossenen Stromkreis, sofern ein Elektrolyt vorhanden ist, das ist zumeist Wasser. Salz verbessert die Leitfähigkeit des Wassers noch und beschleunigt daher den Rost. Bei Kontakt von zwei unterschiedlichen Metallen wirkt das unedlere Metall als Anode und wird korrodiert. Da Zink unedler ist als Eisen, wird durch das Verzinken eine korrosionshemende Maßnahme gesetzt.
Seit ich mich für das Thema interessiere, habe ich schon von unterschiedlichsten Erfahrungen gehört. Manche sagen, Rost wäre überhaupt nicht mehr zu entfernen, und man müsse die rostigen Teile wegschneiden und durch neue einschweißen. Andere sagen, sie hätten mit Rostumwandler beste Erfolge erzielt, die etliche Jahre währten. Wieder andere konnten sich nach der Verwendung von Rostumwandlern nur drei Monate über ein rostfreies Auto freuen. Zum Schluß gibt es noch diejenigen die mit Rostschutzmitteln glücklich geworden sind (und natürlich die, die damit nicht glücklich geworden sind). Durchwegs negatives habe ich über Zinksprays gehört. Natürlich kann man bei allen berichteten Erfahrungswerten nicht wissen, wie sachgerecht jeweils gearbeitet wurde, und wie der Ausgangszustand war. Man sieht also, niemand weiß wirklich, was der ideale Rostschutz ist, und ob es den überhaupt gibt. Ich selber vertraue auf einen Rostschutzgrund namens Corroless, der extra für Autoreparaturen entwickelt wurde, wo ein vollständiges Entfernen des Rostes nicht möglich ist. In einem Jahr werde ich wohl auch klüger sein, und meine Erfahrungen berichten. Jedenfalls habe ich versucht, möglichst alles an Rost zu entfernen. Spachtel, Grundierung und Lack können nicht auf rostigem Blech haften. Daher muß als erstes der Rost so gründlich wie möglich entfernt werden. Leider ist es fast unmöglich, ein rostiges Blech wieder vollkommen Rostfrei zu bekommen. Gerade der T3 hat Problemzonen (Karosseriefugen). Rost legt sich nicht wie eine Haut über Metall, sondern frißt Kraterlandschaften in das Blech. Am besten kann der Rost daher mit einem Sandstrahlgebläse entfernt werden. Die Sandkörner dringen auch in die Krater ein und "bombardieren" den Rost hinweg. Weniger gut geht es mit diversen Schleifmaschinen. Oft müßte man jedoch dermaßen viel Blech abschleifen, um auf das Niveau der Rostkrater zu kommen, daß das Blech einfach zu dünn werden würde. Das habe ich daher nicht gemacht, sondern mich auf den Rostschutzgrund verlassen. Die schwarzen Stellen auf den Fotos sind noch verbliebene Rostprodukte. Trotzdem empfehle ich jedem, möglichst alles an Rost zu entfernen. In den meisten Fällen ausreichend, kann man den Rost mit einem Exzenter-, Dreiecks- oder Winkelschleifer entfernen. Es gibt auch spezielle rotierende Bürsten für die Bohrmaschine, die zur Rostentfernung gedacht sind. Um das Schleifpapier nicht unnötig abzunützen, kann man zuvor bereits abblätternden Lack und Grundierung mit einem Schaber oder einer Spachtel abkratzen. Befindet sich alte Spachtelmasse am Blech, muß diese unter Umständen mit einem Meißel abgeschlagen werden. Danach wird mit der Schleifmaschine das Blech blank geschliffen. Je mehr sich das Blech dabei erhitzt, desto weicher und schwächer wird das Material - also beim Schleifen möglichst Pausen zur Abkühlung einlegen. Bei den großen Mengen an Rost, die sich auf meinem Bulli befanden, habe ich meistens mit einem Winkelschleifer (mit einer Metallschruppscheibe) gearbeitet. Übrigens ist der Rost meistens viel umfangreicher als man von außen sehen kann, wie der Vergleich der Fotos eins und zwei verdeutlicht (es handelt sich um die gleiche Stelle). Man soll sich also beim Abschleifen nicht Lumpen lassen und die Schleifstelle solange ausweiten, bis kein neuer Rost mehr unter dem Lack zum Vorschein kommt. Da das Blech nach dem Abschleifen eigentlich sofort wieder weiterrostet, empfehle ich immer nur kleine Portionen zu schleifen und unverzüglich (nach dem gründlichen Entstauben) den Rostschutzgrund aufzutragen. Nach dem Anstrich mit dem Rostschutz kann mit der Verschönerung der Oberfläche fortgefahren werden. Verbeulte Flächen werden mit der groben Polyestermasse gespachtelt (siehe kleine Blechschäden) ansonsten müssen die Schleifriefen mit Feinspachtel gefüllt werden, um wieder auf das Niveau der lackierten Oberfläche zu kommen. |