Karosseriefugen







Beim T3 ist die Karosserie aus einzelnen Blechteilen zusammengeschweißt. In die so entstandenen Fugen wird nach dem Punktschweißen Dichtmasse gepreßt. Danach wird das Blech grundiert und lackiert. Mit der Zeit dringt aber trotz allem Feuchtigkeit in die Fugen ein und läßt das Blech von innen rosten. Auch unter einer intakt aussehenden Lackierung kann sich speziell in den Fugen schon Rost festgesetzt haben. Sprünge in der Lackierung sind erste Anzeichen.

Das Problem bei der Rostbekämpfung in den Fugen ist, daß ein vollständiges Abtragen der Rostschicht einfach nicht möglich ist. Daher bleibt nur, den sichtbaren Rost so gut wie möglich zu entfernen und den Rost, der tief in den Fugen sitzt mit Rostumwandler oder sonstigen Wundermitteln zu bändigen. Es gibt hier sicher keine Ideallösung und ich kann hier nur die Methode beschreiben, die ich angewendet habe.

Zunächst wird der Rost um die Kanten herum mit dem Winkelschleifer abgetragen. Dann kann mit einem Tapetenmesser die Dichtmasse herausgeschnitten werden. Am besten man schneidet keilförmige Streifen heraus. Schließlich wird mit einer rotierenden Drahtbürste auf der Bohrmaschine der Rost aus den Fugen herausgeschliffen. Dann muß der Staub entfernt werden, um dem Rostgrundierer einen Haftgrund zu bieten - also entweder mit dem Staubsauger aussaugen oder besser mit Druckluft ausblasen.

Nachdem der Rostgrund aufgetragen und getrocknet ist, wird der Feinspachtel aufgetragen, um wieder auf das Niveau der Lackschicht zu kommen. Allerdings sollte die Fuge selbst von Spachtelmasse frei gehalten werden - also kurz vor dem Aushärten die Spachtelmasse aus der Fuge wieder entfernen. Nachdem der Feinspachtel zuerst trocken und dann naß geschliffen (und natürlich wieder gesäubert) wurde, kann die Dichtmasse mit einer Kartuschenpresse in die Fuge gedrückt werden. Zunächst wird aber die Fuge an den Rändern mit Klebeband umrandet. Wahrscheinlich wird die Dichtmasse nicht tief genug in die Fuge eindringen. Ich habe daher mit einem Spachtel die Masse noch tiefer hineingedrückt. Nach der spezifizierten Trockenzeit kann das Klebeband wieder entfernt werden. Danach muß unbedingt genau kontrolliert werden, ob die Dichtmasse auch wirklich bis an die Ränder reicht. Bei mir war Stellenweise noch ein zweiter Durchgang notwendig. Danach kann aber auch schon lackiert werden.

Die Dichtmasse ist übrigens eine Polyurethan Dichtmasse, die mit der Luftfeuchtigekeit chemisch reagiert und so aushärtet. Weniger empfehlenswert ist eine Acryldichtmasse, da sie angeblich Feuchtigkeit anzieht. Keinesfalls darf normaler Silikon verwendet werden, denn die enthaltene Essigsäure garantiert neuen Rostfraß.

Zu erwähnen ist noch, daß die Fugen immer zwei Seiten haben. Höchstwahrscheinlich sehen angerostete Fugen auf der inneren Seite noch viel schlimmer aus als von außen. Es wäre daher gut den Rost auf die gleiche Weise von beiden Seiten zu bekämpfen. An einige Fugen (etwa am hinteren Radlauf) kann man ohne Probleme heran kommen. Andere sind nur nach umfangreichen Zerlegearbeiten zugänglich (linker Seitenteil, Kofferaumbereich). An machen Stellen ist eine mechanische Rostbekämpfung von innen überhaupt nicht möglich. Hier kann man nur versuchen, den Rost durch Hohlraumschutz einzudämmen.