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Als ich mir einmal die Zeit genommen habe, einen Blick hinter die Innenverkleidung zu wagen, hat mich fast der Schlag getroffen: Die Karosseriefugen sehen von innen noch wesentlich schlechter aus als von außen. Ich vermute stark, daß das an der serienmäßigen Schall- und Wärmeisolierung des Multivans mit Mineralwolle liegt. Dieses Material nimmt die Feuchtigkeit auf, und speichert sie wie ein Schwamm. Berührende Blechteile bleiben damit fast immer feucht und fangen schon bald zu rosten an. Da bleibt dann nur, den Schaden wieder gut machen und die Ursache zu beseitigen.
Die Seitenverkleidungen der Transporter und Caravelle sind mit Plastiknoppen befestigt, die am besten mit zwei Löffelstielen abgehebelt werden (dabei gehen oft einige kaputt). Beim Multivan werden die Innenverkleidungen entfernt, indem zuerst die Tischplatte vom Klappgestell abgeschraubt wird. Die Bodenplatte ist ebenfalls abzumontieren. Dazu muß die Rückbank und der Einzelsitz entfernt und die Einstiegsschwelle aus Plastik abgeschraubt werden. Bei mir waren die Schrauben der Schwelle festgerostet. Da hilft dann Trick 17: Eine Stecknuß mit einem Kreuzkopfschraubendreher in die Ratsche geben und an die Schraube ansetzen. Dann haut man mit einem Hammer drauf und dreht gleichzeitig ein wenig an der Ratsche. Um die Bodenplatte endgültig zu lösen, muß man noch eine einzelne Schraube herausdrehen, die sich etwa an der Stelle befindet, wo die Kühlbox montiert ist. Ist die Bodenplatte entfernt, werden schon die Schrauben an der Unterseite der linken Seitenverkleidung sichtbar. Die übrigen Schrauben verstecken sich hinter kleinen Plastik-Kappen, die mit einem Schraubendreher abgehebelt werden. Die Seitenverkleidungen sind im Bereich der Heckklappe mit jeweils zwei Blindnieten befestigt. Diese Nieten sind einfach aufzubohren, man darf dabei aber nicht zu tief bohren, da sonst die Korosserie durchlöchert wird. Sind die Isoliermatten sichtbar, werden sie herausgenommen und geordnet auf den Boden gelegt, damit man beim Einbau Reihenfolge und Ausrichtung noch erkennt. Ich glaube diese Isoliermatten emittieren gesundheitsschädliche Asbestfasern, daher habe ich eine Atemschutzmaske für diese Arbeit aufgesetzt. Falls vorhanden werden zum Schluß auch noch Gurtrollen und Heckscheiben-Waschwasser-Behälter entfernt. Dann wird auch schon das Ausmaß des Rostbefalls erkennbar. Bei mir waren vor allem die Fugen über den hinteren Radläufen und die Fuge zwischen Bodenplatte und Blechwand gegenüber der Schiebetür befallen. Daher wird der lose Rost so gut wie möglich abgebürstet und abgeschliffen, um dann mit Corroless eingepinselt zu werden. Nach zweimaligem Anstrich und der vorgesehenen Trockenzeit, muß alles Lackiert werden. Ich habe die Fugen mit Unterbodenschutz eingepinselt. Dann geht es auch schon wieder ans Zusammenbauen. Damit die Isoliermatten nicht noch mehr Schaden anrichten, werden sie aber vor dem Einbau in Müllsäcke oder in Plastikfolie verpackt und verklebt (wieder Atemschutzmaske verwenden). Weiters würde ich empfehlen, den Heckscheiben-Waschwasser-Behälter und vor allem die angebaute Pumpe auf Dichtheit zu prüfen. Sicherheitshalber habe ich den Behälter vor der Montage in einen Gefrierbeutel gesteckt. |