Prinzipiell werden wir folgendermaßen vorgehen:
Es wird daher benötigt:
Zum Schleifen und Schaben
Um abblätternden Lack zu entfernen kann man einen Schaber, einen Holzmeißel oder ein Tapentenmesser verwenden. Letzteres ist auch zum Herauskratzen der Dichtmasse verwendbar. Für die Entfernung leichten Rostes eignet sich am besten eine rotierende Bürste, die auf die Bohrmaschine oder den Winkelschleifer montiert wird. Auch ein Exzenterschleifer ist brauchbar, wenn man nur große Flächen bearbeiten will. Die Karosseriefugen können mit einer rotierenden Drahtbürste bearbeitet werden. Für die Entfernung von fest verkrustetem Rost kommt man leider nicht um eine Bearbeitung mit der Schruppscheibe herum. Der Materialabrieb ist dabei sehr hoch. Für die feinen Schleifarbeiten bei der Grundierung kommt man nicht um das händische Schleifen herum. Daher ist auch Schleifpapier in verschiedensten Körnungen und ein Schleifklotz zu besorgen. Das Schleifpapier mit feiner Körnung sollte auch für Naßschleifen geeignet sein. Ich bin mit 600er Naßschleifpapier ausgekommen.
Zum Ausbeulen
Normalerweise wird dazu ein Ausbeulhammer und Gegenhalter verwendet. Aber auch ein Gummihammer kann hier helfen. Unter Umständen kann man in das Blech auch den Karabiner eines Abschleppseiles einhängen und die Delle herausziehen.
Zur Rostgrundierung
Da in aller Regel ein Sandstrahlgebläse nicht zur Verfügung steht, verzichten wir auf Sandstrahlen und verwenden einen Rostumwandler oder ein Rostschutzmittel für porentiefe Rostbehandlung. Die Wirkung beider Mittel ist durchaus umstritten. Als Rostumwandler bietet sich unter anderem das wasserlösliche Fertan an. Fertan besitzt einen guten Ruf, ist allerdings nicht billig. Wir haben uns für Corroless Rostschutzgrundierung entschieden.
Zum Spachteln
Ist eigentlich nur ein flexibler Spachtel aus Plastik notwendig. Meistens liegt er der Dose mit der 2K (zwei Komponenten) Spachtelmasse bei.
Zum Ausgleichen von Blechschäden wird billiger 2K Polyesterspachtel verwendet. Um die Schleifriefen auszufüllen wird 2k Feinspachtel verwendet, der direkt überlackierbar ist. Schlechte Erfahrungen habe ich mit Acryl-Spritzspachtel aus der Spraydose gemacht. Er füllt sehr schlecht, läßt sich nicht glatt schleifen und scheint nicht gut zu haften.
Zum Grundieren und Lackieren
Wir haben versucht, auf teure Arbeitsgeräte zu verzichten. Daher wird zum Lackieren und Grundieren kein Kompressor verwendet. Stattdessen lackieren wir mit Spraydosen. Die Lackspraydosen können bei VW bezogen werden (etwa 15 DM für 150ml), sofern der Farbcode bekannt ist. Dieser Code ist auf dem Aufkleber unter dem Armaturenbrett zu finden. Handelt es sich bei der Wagenfarbe nicht mehr um die Originallackierung und ist daher der Farbcode unbekannt, muß ein Fachhändler aufgesucht werden, der die Farbschattierung dann mittels Farbtabellen zusammenstellen kann. In diesem Fall wird die Lackierung teuer. Außerdem muß die Farbe dann natürlich doch mit einem Kompressor aufgespritzt werden.
Zum Abdichten
Um die Karosseriefugen wieder abzudichten wird am besten eine Polyurethan-Dichtmasse verwendet. Beim Einkauf ist darauf zu achten, daß die Dichtmasse auch lackiert werden kann. Die Dichtmasse wird in Kartuschen verkauft - eine Kartuschenpresse ist also auch notwendig. Keinesfalls eignet sich Silikon zum Abdichten, da die enthaltene Essigsäure Rostflecken verursacht.
Zum Reinigen
Prinzipiell gilt: je sauberer der Untergrund, desto besser haftet Spachtel, Grundierung und Lack. Daher muß speziell nach dem Schleifen der Schleifstaub gründlich entfernt werden. Ideal wäre es, mit einer Druckluftpistole zu arbeiten. Um Fett und andere Beläge zu entfernen wird mit Wasser, Nitroverdünnung und anschließend Silikonentferner gewischt. Dazu ist ein möglichst fusselfreies Tuch zu verwenden (etwa billige Papierhandtücher).
Arbeitschutz
Man muß sich immer bewußt sein, daß alle diese Mittelchen zu Gesundheitsschäden führen können. Jedenfalls sollte man möglichst den Hautkontakt meiden. Fazit: wir verwenden beim Reinigen mit Lösungsmitteln sowie beim Grundieren und Lackieren Gummihandschuhe. Auf gar keinen Fall dürfen diese Chemikalien mit den Schleimhäuten oder den Augen in Berührung kommen. Auch eine Schutzbrille ist daher nicht übertrieben. Gegen den Schleifstaub und den Lacknebel schützt man sich am besten mit einer Atemschutzmaske. Um anhaltendes Ohrensingen zu vermeiden, sollte man bei der Verwendung der Schruppscheibe Ohrstoppeln verwenden (es ist wirklich sehr laut).