Motivation zu dieser Alpenwetterfibel

Mit dem ersten Flugerfahrungen am Übungshang wurde für viele von uns der Traum vom Fliegen Wirklichkeit. Im Gegensatz zu aufwendigen und kostspieligen Ausbildungslehrgängen für Segel- oder Motorflieger ist es in unserer Sportart kein Problem, in kurzer Zeit und für wenig Geld die notwendigen Berechtigungen zum selbständigen Fliegen zu erwerben. Die geniale Einfachheit unserer Fluggeräte hat das Hängegleiten in den siebziger Jahren und das Paragleiten Mitte der achtziger Jahre so populär gemacht. Starten und Landen ohne Flugplatzzwang und die verhältnismäßig geringen Kosten sind weitere Vorteile, die den Einstieg denkbar einfach machen.

Die Kehrseite ist, daß häufig Unfälle auftreten, die auf Unkenntnis - also mangelhafte Ausbildung - der Freizeitpilotinnen und -piloten zurückzuführen sind. Natürlich gibt es auch andere Unfallursachen, etwa Leichtsinn oder Unachtsamkeit - aber laut Statistik treten die meisten Unfälle in Verbindung mit schlechtem Wetter auf. Aber eigentlich sollte man betonen, daß nicht das Wetter selbst, sondern eher die Unkenntnis, der Pilotinnen und Piloten über die Gefahren des Wetters am häufigsten zu Unfällen führt.

Untersuchungen zufolge passieren die "wetterbedingten" Unfälle in den Alpen größtenteils zugereisten Pilotinnen und Piloten, die den thermik- und windbedingten Eigenheiten des Alpenwetters nicht gewachsen sind. Die Mächtigkeit der Alpen beeinflußt nun einmal die Wetterverhältnisse in einer ganz eigenen Art, die nur in speziellen Bergwetterführern keinesfalls aber in allgemeinen Wetterhandbüchern nachgelesen werden kann.

Nachteilig wirkt sich oft die Einstellung vieler Flieger zu Training und Weiterbildung aus. Alle, die diesen Sport sicher und nervenschonend betreiben wollen, müssen ständig versuchen, die Start- und Landetechnik zu trainieren, die Flugtechnik zu perfektionieren und vor allem die Ausbildung nicht mit dem Erwerb der Schulungsbestätigung oder des "SoPi" enden zu lassen. Mit der dringenden Empfehlung, das eigene Wissen beständig auszubauen, veröffentlichen wir diese "Alpenwetterfibel für Para- und Hängegleiter" und hoffen, diese durch das Internet möglichst vielen Pilotinnen und Piloten zugänglich zu machen.

Wie Sie bemerken werden, beginnt alles mit einer theoretischen Einführung in physikalische Grundlagen des Wetters. Danach werden die Erscheinungsformen des Wetters in Wind und Wolken näher betrachtet. Besonders praxisorientiert sind die Kapitel über die Gefahren des Wetters und die Wetterprognose. Zum Abschluß können Sie Ihr Wissen unter Beweis stellen, indem Sie die Prüfungsfragen aus dem offiziellen Fragenkatalog durcharbeiten. Studieren Sie die Seiten durch, und schreiben Sie ruhig auch mal ein E-Mail, wenn Sie Probleme haben. Durch Ihr Feedback helfen Sie uns, diese Seiten noch besser zu gestalten. Viel Spaß und gutes Flugwetter wünschen Ihnen Sascha Kerschhofer und Markus Petter.


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